Apr 4

Religulous

Veröffentlicht von kimme

Vor einigen Tagen wies mich ein Freund auf Bill Maher’s Film “Religulous” hin. Da ich schon die Michael Moore Filme mag, kommt mir der zynisch, herablassende Mahers gerade Recht. Er würzt seine Filme mit der bodenlosen Frechheit und Arroganz, die mir bei Bowling For Columbine einfach gefehlt hat.
Man könnte meinen gute Journalisten könnten vom BILD-Populismus Abstand nehmen. Aber so sehr ich Mahers Arbeit mag, eckt sein Schachbrett-Denken bei mir an. Sicherlich – Religulous weiß zu unterhalten, das liegt aber zunächst mal an den Protagonisten des Films, die ich zwischenzeitlich für entlohnte Darsteller gehalten habe. Denn zum Teil werden dort Worte verloren, die so einfach nicht ernst gemeint sein können.
Ich denke trotz der enormen Subjektivität der “Dokumentation” wird relativ authentisch deutlich, an welch religiösem Wahnsinn diese Welt erkrankt ist. Mahers Einwürfe widersprechen sich leider im Laufe des Films. So äußert er lächelnd, dass er für den “Zweifel” ins Feld ziehe, am Ende des Films jedoch, schländert er monumental auf dem Ölberg entlang, während er heroisch seinen Aufruf zur Antireligion kund tut. Das schadet seiner Authenzität enorm und raubt dem Film innerhalb der letzten Minuten seinen sarkastischen Charm, was ich ziemlich schade finde.
Die Herangehensweise ist in sofern aber legitim, wenn man dieses Werk als Unterhaltungsprodukt versteht. Mahers und seine zum Großteil naiv, unbeholfenen Gesrpächspartner offenbaren keine neue Sichtweise der Dinge, aber jede Menge guter Gags, die auch in ein paar Monaten noch für herzhafte Lacher meinerseits sorgen werden.

Feb 17

My Name Is Earl

Veröffentlicht von kimme

“Kennen Sie vielleicht auch solche Typen, die immer nur Mist bauen und dann fragen wieso ihr Leben beschissen war? Tja, genau so einer war ich auch. [...] Mein Name ist Earl.”

Seit einiger Zeit bin ich ein großer Serienfan. Nachdem ich u.a. die Prison Break und Scrubs Staffeln durch hatte, war ich auf der Such nach etwas Neuem. Ich hatte zwar jede Menge Empfehlungen von Lost, über How I Met Your Mother zu Big Bang Theory und Dr. House. Aber gute Unterhaltung ist schwer zu finden, und alle von mir angespielten Kandidaten waren nicht mein Fall.
Also habe ich mich mal ein bisschen in die Seriencommunity reingelesen und bin dann auch “My name is Earl” gestoßen.
Der Zuschauer lernt Earl zunächst als kleinkriminellen, aber irgendwie sympathischen Tagedieb kennen. In meiner Vorstellung entstand sofort ein Antiheld, was mit nicht zu letzt der Verdienst von Jason Lee ist, der die Rolle hervorragend spielt. Lee hat mir schon in Almost Famous, Jay und Silent Bob schlagen zurück und Jersey Girl sehr gut gefallen hat.
Nachdem Earl einmal Glück hat und ihm 100.000$ von einem Rubbellos offeriert werden, überfährt ihn ein Auto und das Los geht verloren. Er hat mal irgendwas von “Karma” gehört und mach “diesen Karma” dafür verantwortlich, dass ihn das Pech verfolgt. Resultierend daraus beschließt Earl mit Hilfe seines Bruders Randy und des Motel-Zimmermädchens Catalina eine selbsterstellte Liste abzuarbeiten, um all seine begangenen Fehler wieder zu gut machen.
Klingt lustig? – So ist es. Nicht nur, dass die Serie echt witzig ist, der Soundtrack kann auch so einiges.

My name is Earl besticht ähnlich wie Scrubs durch eine bizarre Komik, die sich zur einen Hälfte auf großartigen Dialogen und zur anderen auf der fantastischen Besetzung gründet.
Alle, die keine Lust auf Scrubs ohne Zach Braff  haben, sollten sich den Antihelden Earl mal anschauen.

Okt 4

Californication

Veröffentlicht von kimme

Es ist beruhigend. Und unterhaltsam. Und irgendwie erfrischend. Naja, nicht alles. Aber das meiste. Der mehr oder weniger am Boden liegende Schriftsteller Moody lebt das von Klischees behaftete Leben eines Künstlers. Er ist so tough wie zynisch, in manchen Situationen hilflos, ist charmant und doch direkt, gutaussehend, ein Frauenheld, Alkoholiker und er ist zutiefst unglücklich.
Sein Umfeld passt wie die Faust aufs Auge. Zu seiner ExFrau mit der er auch eine Tochter (steht auf Black Metal, singt und spielt in einer Band – die wie ich finde übrigens wirklich echt scheiße ist) hat er nach wie vor engen Kontakt. Obwohl diese zwischenzeitlich schonwieder in einer Beziehung war lässt er keine Chance aus ihr Herz neu zu erobern, in dem er ist wie er ist. Mit bestem Wissen darüber, dass sie ihn irgendwie immernoch liebt fummelt er bei jeder Gelegenheit an ihr rum und genießt die Abfuhren ihrerseits schon fast. Denn letztlich ist es egal: Sie landen sowieso ständig im Bett.

Und so offensichtlich und verworren, so charmant, symphatisch und nervend ist dieses kleine Universum.
Die ganze Zeit über nervt mich irgendwas und ich habe eine gewisse Zeit gebraucht um klar zu formulieren was es ist. Die erdrückende, pubertäre Gleichgültigkeit der Charaktere gegenüber echten Problemen (Krebs, Tod, Sucht, Familiäres) gibt der Geschichte einen unangenehmen Beigeschmack.
Sicher ließe sich vieles durch charaktertypische Eigenschaften, wie in Hank Moodys Fall z.B. sein enormes Alkoholproblem erklären. Doch schon allein die Tatsache, dass er in jeder Folge gefühlte 2 Flaschen Whisky vernichtet findet die ganze Zeit über keine, ok höchsten sekundenweise in einer Folge erwähnung.
Und seht ihn euch an den Strahlemann. Er ist das Beispiel der erfolglosen Supertypen. Cool und wirklich begabt spült er sein Talent mit Hochprozent runter. Zwischendrin wird bei einem Fick gekifft und dem neuen Macker seiner Frau (in dessen Schlafzimmer) auf die Einrichtung gekotzt.

Ich kann nicht leugnen, dass die Situationskomik und die bizarren Charaktere von Californication unterhalten, nicht zu letzt weil die Besetzung wirklich großartig ist und zu diesem ganzen Irsinn sehr, sehr gut passt.
Letztlich muss ich den Satz bringen vor dem sich immer alle fürchten, wenn sie eine Kritik lesen:
Es ist und bleibt Geschmackssache.

Aug 27

Inglourious Basterds

Veröffentlicht von kimme

Um es kurz zu machen: Investiert die paar Euro und schaut euch vielleicht DEN Film des Jahres an. Inglourious Basterds bietet die besten Dialoge seit Pulp Fiction, zwar nur wenige, dafür aber unfassbar kranke Gewaltszenen, viel richtig, richtig fiesen Humor und: Skalpierte Nazis.

Klingt gut? Ist es auch. Pitt in einem Tarantino-Streifen war spätestens seit Fightclub längst überfällig und sowieso kann ich sagen, dass mich die Besetzung im Allgemeinen äußerst positiv überrascht hat. Immerhin konnte man ja im Vorfeld viel lesen. Daniel Brühl, SCHWEIGER(!), August Diehl, Christoph Waltz, sogar Mike Meyers ist mir von der Partie. Mehr oder minder gute Schauspieler, die mich zwar kurz Zweifeln ließen, in dem Zusammenspiel mit Hollywood-erfahreneren Darstellern aber doch mein Interesse weckten.

Mein Vertrauen in den Meister hat sich aber gelohnt. Tarantino kitzelt Wunderbares aus den Darstellern heraus und lässt sie in einer Symbiose auf der Leinwand erscheinen, wie es vermutlich niemand sonst geschafft hätte.

Ich möchte nicht zu viel vorweg nehmen, denn viele Oha-Momente im Film bauen auf Szenen in denen XY auf einmal zu sehen ist und man denkt: “WAAS, DER?!”.

Ein durch und durch grandioser Film. Vorallem die jenigen, die Deathproof ein wenig zu dünn fanden, werden bei diesem Film gänzlich auf ihre Kosten kommen.

Lokalisiert von Hashi. Ein Mitglied der Mediengeneration. Modifiziert von kimme & Dominik Kramm.