Okt 23

Cosmic Egg

Veröffentlicht von kimme

Die neue Wolfmother ist draußen! Ich hab schon gar nichtmehr dran gedacht, da hat mir Dominik die Platte in die Hand gedrückt. Erfreulich!

Ich möchte hier mal ein paar Worte zu “Cosmic Egg” verlieren.

Nachdem Stockdale seine beiden Spezis rausgeworfen hat, um unter dem selben Bandnamen eine neue Platte aufzunehmen, gab es genug Grund zur Skepsis. Interessanterweise stelle ich jetzt beim Hören fest, dass Cosmic Egg ein sehr rundes, vllt. noch ausgefeilteres Werk als sein Vorgänger ist.
Wie ich an dieser Stelle schon einmal erwähnt habe handelt es sich bei den aktuellen Songs um überbleibsel der alten Platte. Und das hört man.
Aber, oder genau deswegen macht das Material einen absolut runden Eindruck. Man hört also deutlich den Wolfmotherfaktor heraus. Hochpsychodelische gezupfte Seiten, schwungvolle Riffs und natürlich der Ziegengesang sind nach wie vor da. Klar, immerhin ist Stockdale an Board. Der Bogen der letzte Platte von Zeppelin trifft bei “Cosmic Egg” auf einen gehörigen Sabbath Einfluss. Warum? MEHR BASS! Die Riffs der neuen Platte liegen einfach extrem schwer im Gehör, fast schon träge und extrem basslastig

Der Sound ist wesentlich breiter und obwohl Sabbath ja nur eine Gitarre hatten, ist vielleicht der 2. Gitarrist bei Wolfmother nun für die Tiefe des Sounds verantwortlich. Die neuen Basslinien und auch die Drums wirken viel abgeklärter, vielleicht weil Frontmann Stockdale dieses Mal nichts dem Zufall überlassen hat. Ich weiß nicht, wie groß der anderen Musiker tatsächlich ist. Schließlich gab es in der alten Formation genau deshalb ja Probleme.

Insgesamt ist ein sehr gutes, aber kein herausragendes Album entstanden, dass den klassischen Wolfmothersound inne hat.

Anspieltipps: California Queen, Sundial,  Cosmic Egg

Okt 13

Zitat des Tages

Veröffentlicht von kimme

Ich las heute morgen einen Artikel von Aaron Koenig den er auf seinem Blog veröffentliche. Er bespricht die Problematik der Piratenpartei, von rechts/links unterwandert zu werden.

Unabhängig von dem Artikel, den ich persönlich auch eher kritisch sehe, hat jemand einen sehr guten Kommentar verfasst, der auch im Allgemeinen so ziemlich das darstellt, wie ich es auch sehe.

die Nicht-Einordnung ins Links-Rechts-Spektrum ist doch eh nur eine Farce die gut klingen soll.
90% der deutschen <=30 Jahre sind nunmal links. Manche radikaler, die meisten moderat, aber so ist es nunmal. Das liegt daran das junge Menschen weniger desillusioniert sind und noch Visionen haben wie glücklich alle Menschen miteinander sein könnten wenn sie nur aufhörten sich zu hassen und die Köppe einzuschlagen. Ist von der Idee her auch gut und lobenswert, scheint nur mit steigendem alter bei vielen zu stagnieren.
Demnach ist es auch völlig natürlich dass – sobald rechtes Gedankengut irgendwo am Horizont zu sehen ist – alle aufschreien.
Verdammt wir sind die letzten 50 Jahre erzogen worden das so zu machen, gegen Linke hat mich in der Schulzeit niemand gewarnt.
Wenn man als Linker böse sein will muss man schon vermummt randalieren. Und selbst dann sympathisieren noch mehr (junge) Menschen mit einem als wenn man einmal eine etwas zweifelhafte Aussage am Rande bzgl. Einwanderungspolitik o.ä. abgibt.

Es wird Zeit zu akzeptieren das so gut wie alle jungen Organisationen links sind, sonst belügt man sich nur selbst. Links ist auch nicht schlecht, Links sagt alle Menschen sind gleich. Nur immer wenn es darum geht von seinem eigenen “Reichtum” etwas aufzuteilen und abzugeben, da hört Links dann ganz schnell auf und es wird nach Gründen und Buhmännern gesucht. Links ist solange gut wie es bequem ist.

http://aaron-koenig.blogspot.com/
Okt 4

Californication

Veröffentlicht von kimme

Es ist beruhigend. Und unterhaltsam. Und irgendwie erfrischend. Naja, nicht alles. Aber das meiste. Der mehr oder weniger am Boden liegende Schriftsteller Moody lebt das von Klischees behaftete Leben eines Künstlers. Er ist so tough wie zynisch, in manchen Situationen hilflos, ist charmant und doch direkt, gutaussehend, ein Frauenheld, Alkoholiker und er ist zutiefst unglücklich.
Sein Umfeld passt wie die Faust aufs Auge. Zu seiner ExFrau mit der er auch eine Tochter (steht auf Black Metal, singt und spielt in einer Band – die wie ich finde übrigens wirklich echt scheiße ist) hat er nach wie vor engen Kontakt. Obwohl diese zwischenzeitlich schonwieder in einer Beziehung war lässt er keine Chance aus ihr Herz neu zu erobern, in dem er ist wie er ist. Mit bestem Wissen darüber, dass sie ihn irgendwie immernoch liebt fummelt er bei jeder Gelegenheit an ihr rum und genießt die Abfuhren ihrerseits schon fast. Denn letztlich ist es egal: Sie landen sowieso ständig im Bett.

Und so offensichtlich und verworren, so charmant, symphatisch und nervend ist dieses kleine Universum.
Die ganze Zeit über nervt mich irgendwas und ich habe eine gewisse Zeit gebraucht um klar zu formulieren was es ist. Die erdrückende, pubertäre Gleichgültigkeit der Charaktere gegenüber echten Problemen (Krebs, Tod, Sucht, Familiäres) gibt der Geschichte einen unangenehmen Beigeschmack.
Sicher ließe sich vieles durch charaktertypische Eigenschaften, wie in Hank Moodys Fall z.B. sein enormes Alkoholproblem erklären. Doch schon allein die Tatsache, dass er in jeder Folge gefühlte 2 Flaschen Whisky vernichtet findet die ganze Zeit über keine, ok höchsten sekundenweise in einer Folge erwähnung.
Und seht ihn euch an den Strahlemann. Er ist das Beispiel der erfolglosen Supertypen. Cool und wirklich begabt spült er sein Talent mit Hochprozent runter. Zwischendrin wird bei einem Fick gekifft und dem neuen Macker seiner Frau (in dessen Schlafzimmer) auf die Einrichtung gekotzt.

Ich kann nicht leugnen, dass die Situationskomik und die bizarren Charaktere von Californication unterhalten, nicht zu letzt weil die Besetzung wirklich großartig ist und zu diesem ganzen Irsinn sehr, sehr gut passt.
Letztlich muss ich den Satz bringen vor dem sich immer alle fürchten, wenn sie eine Kritik lesen:
Es ist und bleibt Geschmackssache.

Lokalisiert von Hashi. Ein Mitglied der Mediengeneration. Modifiziert von kimme & Dominik Kramm.