Apr 4

Religulous

Veröffentlicht von kimme

Vor einigen Tagen wies mich ein Freund auf Bill Maher’s Film “Religulous” hin. Da ich schon die Michael Moore Filme mag, kommt mir der zynisch, herablassende Mahers gerade Recht. Er würzt seine Filme mit der bodenlosen Frechheit und Arroganz, die mir bei Bowling For Columbine einfach gefehlt hat.
Man könnte meinen gute Journalisten könnten vom BILD-Populismus Abstand nehmen. Aber so sehr ich Mahers Arbeit mag, eckt sein Schachbrett-Denken bei mir an. Sicherlich – Religulous weiß zu unterhalten, das liegt aber zunächst mal an den Protagonisten des Films, die ich zwischenzeitlich für entlohnte Darsteller gehalten habe. Denn zum Teil werden dort Worte verloren, die so einfach nicht ernst gemeint sein können.
Ich denke trotz der enormen Subjektivität der “Dokumentation” wird relativ authentisch deutlich, an welch religiösem Wahnsinn diese Welt erkrankt ist. Mahers Einwürfe widersprechen sich leider im Laufe des Films. So äußert er lächelnd, dass er für den “Zweifel” ins Feld ziehe, am Ende des Films jedoch, schländert er monumental auf dem Ölberg entlang, während er heroisch seinen Aufruf zur Antireligion kund tut. Das schadet seiner Authenzität enorm und raubt dem Film innerhalb der letzten Minuten seinen sarkastischen Charm, was ich ziemlich schade finde.
Die Herangehensweise ist in sofern aber legitim, wenn man dieses Werk als Unterhaltungsprodukt versteht. Mahers und seine zum Großteil naiv, unbeholfenen Gesrpächspartner offenbaren keine neue Sichtweise der Dinge, aber jede Menge guter Gags, die auch in ein paar Monaten noch für herzhafte Lacher meinerseits sorgen werden.

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