Feb 3

Ich verstehe es einfach nicht. Nein, wirklich nicht. Ein nicht gerade unzulänglicher Hype, der sich wie Termiten durch Holz frisst. Gerade eben bot sich mir die Möglichkeit das aktuelle Album eines über die Bundeslandsgrenzen hinaus bekannten, unverständlicherweise gehypten bensheimer Songwriters zu hören. Klar, kannte ich ein paar Stücke davon vorher schon, nicht zu letzt, weil wir dieses 08/15 Zeug längere Zeit im Laden verkauft haben (verkaufte sich übrigens ziemlich gut!), aber, dass es wirklich derart belanglos ist, hätte ich mir nicht denken können. In Ordnung, die Argumentation hinkt ein bisschen, da auch Polarkreis 18 oder David Garret ( ;-) ) unverschämt belanglos sind und es dennoch zu den meist gespielten Titeln 2008 mancher großer UKW-Radiosender gebracht haben. Das macht die ganze Sache nicht besser, denn belanglos bleibt es aber trotzdem.
Meine Güte…Ja, und jetzt schießen sie aus dem Boden, wie Unkraut, diese Songwriter. Leider beinahe alle von gleicher Bedeutungslosigkeit, womit ich nicht sagen will, dass es keine guten Songwriter/Folksänger gibt. Es gibt sie, oft erwische ich mich nur selbst, wie ich – resultierend aus dieser Masse an schlechten Beispielen – alle über einen Kamm schere.
Es ist ja eine Sache privat ein bisschen zu klimpern und es ist auch okay eine Platte zu machen und ein MySpace Profil zu haben und meinetwegen, ja es ist auch okay, das Zeug zu verbreiten und stink reich zu werden, hätte ich die Möglichkeit so was hinzulegen, würde ichs nutzen, verdammt nochmal! Nun liegt die Keimzelle aber gar nicht dort, von wo aus man das Kapital sehen könnte. Es ist vielmehr so, dass jeder Trottel mit einer Gitarre den Anspruch erhebt die große Kunst zu schmeißen. Dass ich nicht lache…
Mir drängt sich nach dem Hören der oben genannten Platte, die Frage auf: Wieso wollen die Menschen schlecht unterhalten werden? Hat denn niemand mehr Anspruch auf gute Musik oder auf originelle Unterhaltung?
Natürlich könnt ihr mich jetzt alle an den Pranger stellen und mir vorwerfen, ich sei ein Musiknazi – denn die Geschmäcker sind ja verschieden. Aber genau an diesem Punkt trifft es mich wie Wurst das Senfglas. Es ist die Rede von „Die Geschmäcker“. Was zum Teufel ist denn Geschmack und ab wann kann ich akzeptieren, dass jemand einen solchen hat und ihn –Achtung- sogar auslebt?
Jetzt pass mal auf, es geht hier in keinster Weise um Geschmack. Es geht auch nicht um gute oder schlechte Musik, wieso Cargo City ein Label „findet“ oder darum dass er 1. Topfreund der Coca Cola Soundwave Tour ’09 auf MySpace (haha) ist. Nein, es geht hier um mich. Um mich und darum, dass es mich immer wieder staunen lässt, dass man sich in Youtubekommentaren über Tokio Hotel aufregt, im nächsten Moment 10€ von seiner Mama schnorrt, seine Jacke anzieht, in den Mediamarkt fährt und sich zukünftig Cargo City kauft.

“Bis hierhin und nicht weiter!”

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