“Immer Dampf…”
Veröffentlicht von kimme
Eigentlich bin ich persönlich oft total angenervt, von dem riesen Angebot an Musik auf MySpace. Ihr müsst wissen, ich habe gern den Überblick über die Dinge. Das ist so ‘ne Wesensart. Auf MySpace einen Überblick zu bekommen ist nahezu unmöglich, weswegen mir im Grunde die Lust fehlt mich dort dauerhaft, mehr oder weniger gezielt auf die Suche nach frischen, guten Bands zu machen.
Manchmal aber, da passiert sowas zufällig. Manchmal surft man ein wenig auf MySpace, manchmal findet man lustige Avatare in den Topfreunden von Profilen auf denen man sich rumtreibt und manchmal passiert es, dass der MySpaceplayer spinnt und einfach einen Song abspielt, den man genau genommen garnicht hören will – denkt man.
Ja, so war es also auch vor kurzem, als ich mir die Langeweile auf dieser Plattform vertrieben habe. Irgendwo auf irgendeinem scheiße-unwichtigen Profil, eines scheiße-unwichtigen Typen der aus irgendwelchen Gründen irgendeinen (wirklich!) belanglosen Scheiß von sich gibt (haha, der geneigte Leser denkt sich jetzt: “Moment mal, das kenne ich doch irgendwo her!”) lief also auf einmal der MySpaceplayer los. Wow, und es rockte richtig. Druckvoll, schnell, unkompliziert. Sowas hält mich dann immer zum (zumindestens) Reinhören an.
Ich scrolle also weiter hoch, so dass mir der kleine Player angezeigt wird und lese “DAMPFMASCHINE – I Like My Body”. “Man, klingt das komisch” hab ich mir gedacht, vorallem weil der Sänger seine verbalen Ergüsse in ein äußerst markant klingendes Deutsch hüllt. Stilistisch & Inhaltlich erinnert der Songtext beim ersten Hören zunächst ein wenig an Ramstein. Genauer betrachtet stellt sich allerdings das ziemlich Gegenteil heraus. Es geht um “ihn”, um “ihn”, einen fetten Kerl, der es absolut geil findet. Und mit absolut geil meine ich absolut so geil, dass der Enthusiasmus mit dem das rübergebracht wird so mitreißend ist, dass man sich nach dem Song vielleicht sogar wünscht seinen “Schwanz unterm Bauch zu verstecken”
Musikalisch höre ich da einwandfreien Rock’n'Roll mit leichtem Hang zum Metal, was mit eben dieser leicht verstörenden Aussprache des Sängers einfach derart viel Kultpotential hat, dass man es zwangsläufig witzig und letztlich auch einfach gut findet. Es drückt, drückt ordentlich.
Fazit: Dampfmaschine sind interessant. Junge Band auf (nicht-)etabliertem Hamburger Label. Reinhören auf deren MySpace Profil.