Apr 4

Religulous

Veröffentlicht von kimme

Vor einigen Tagen wies mich ein Freund auf Bill Maher’s Film “Religulous” hin. Da ich schon die Michael Moore Filme mag, kommt mir der zynisch, herablassende Mahers gerade Recht. Er würzt seine Filme mit der bodenlosen Frechheit und Arroganz, die mir bei Bowling For Columbine einfach gefehlt hat.
Man könnte meinen gute Journalisten könnten vom BILD-Populismus Abstand nehmen. Aber so sehr ich Mahers Arbeit mag, eckt sein Schachbrett-Denken bei mir an. Sicherlich – Religulous weiß zu unterhalten, das liegt aber zunächst mal an den Protagonisten des Films, die ich zwischenzeitlich für entlohnte Darsteller gehalten habe. Denn zum Teil werden dort Worte verloren, die so einfach nicht ernst gemeint sein können.
Ich denke trotz der enormen Subjektivität der “Dokumentation” wird relativ authentisch deutlich, an welch religiösem Wahnsinn diese Welt erkrankt ist. Mahers Einwürfe widersprechen sich leider im Laufe des Films. So äußert er lächelnd, dass er für den “Zweifel” ins Feld ziehe, am Ende des Films jedoch, schländert er monumental auf dem Ölberg entlang, während er heroisch seinen Aufruf zur Antireligion kund tut. Das schadet seiner Authenzität enorm und raubt dem Film innerhalb der letzten Minuten seinen sarkastischen Charm, was ich ziemlich schade finde.
Die Herangehensweise ist in sofern aber legitim, wenn man dieses Werk als Unterhaltungsprodukt versteht. Mahers und seine zum Großteil naiv, unbeholfenen Gesrpächspartner offenbaren keine neue Sichtweise der Dinge, aber jede Menge guter Gags, die auch in ein paar Monaten noch für herzhafte Lacher meinerseits sorgen werden.

Feb 18

Wie das Gehirn Wirklichkeit konstruiert

Veröffentlicht von kimme

Im Rahmen meiner derzeitigen Ausbildung komme ich in den Genuß momentan einmal wöchentlich meinem Anthropologielehrer zu lauschen. Wir haben im vergangenen Jahr über Wahrnehmung gesprochen. In diesem Zusammenhang auch einige Stunden über das Bild, das wir und das, welches andere von uns haben, wie wir andere Menschen wahrnehmen und wie sie wirklich sind. Interessant ist, dass das Bild, das wir uns von unserer Umwelt und unseren Mitmenschen machen ein Produkt vieler, zum Teil sehr individuellen Faktoren ist. So ist das Konstrukt, das wir als Realität definieren entscheiden davon abhängig, welche Vorerfahrungen wir in unserem Leben bisher gemacht haben und das in wirklich jeder Hinsicht.

In den letzten Tagen bin ich zufällig auf die folgende Dokumentation gestoßen, die im weitestens Sinne dieses Thema behandelt. Hier wird sehr gut und leicht verständlich die selbstverständliche Problematik erklärt, die Warhnemung mit sich bringt.

Selbstverständlich sollte man das nicht überbewerten. Zu wissen, dass nicht alles was man zu sehen oder Verstehen meint auch TATSÄCHLICH so ist, kann aber dennoch von extremem Vorteil sein. So kann man zumindest in Betracht ziehen, dass der Gegenüber Dir beispielsweise gerade gar nicht so ans Bein pissen wollte, wie Du es zunächst annimmst und ich kann aus Erfahrung sagen, dass, wenn man mal drauf achtet, mit welcher Unachtsamkeit vorschnelle Schlüsse gezogen werden, einem ganz schön die Augen aus dem Kopf fallen können.

Interessante Materie, ich hoffe einigen von Euch hat es was gebracht. Viel Spaß beim ausprobieren.

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